Presseschau
Veröffentlicht am 14. Mai 2007 um 12:45 Uhr von Martin Recke
Eine Konferenz über das Web 2.0, das "Mitmach-Web" oder den "user-generated Content" ist keine triviale Sache.
Stellt Detlef Borchers, völlig zu Recht, in seinem ausführlichen Kongressüberblick bei Heise fest. Und bei Telepolis, ebenfalls Heise, resümiert Oliver Gassner:
So wie der Event letztes Jahr die Aufbruchstimmung offen gelegt hat, legt er in diesem Jahr die Kluft bloß zwischen dem kleinen gallischen Dorf voller Visionäre und dem Römischen Reich der Bedenkenträger in ihren von Firmenpalisaden umzäunten Parallelwelten.
Doch sitzen die Bedenkenträger tatsächlich in den Unternehmen? Nein! In den Unternehmen herrscht weiter Aufbruchstimmung, bestimmt die Lust am Internet, an der Kommunikation mit dem Konsumenten das Bild. Und auch für einen gestandenen Werber wie den Ex-Grey-Mann Bernd M. Michael, einen der Keynote-Sprecher der next07, spielt die Musik heute in den digitalen Kanälen. Wie Herbert Braun für die c't trefflich beobachtet:
Mit Aussagen wie „Die wichtigsten Marken im Internet sind die alten“ legte sich der Werbefachmann Bernd Michael bei seiner Keynote mit einem großen Teil der Zuhörer an.
Ähnlich provokant auch Norbert Bolz, der mit seiner Keynote die next07 eröffnete. Er legt in einem FAZ-Interview seine Mediendiagnose 2.0 in knapper Form vor:
Das ist die größte Schwäche der traditionellen Massenmedien: Aufgrund ihrer fehlenden Interaktivität sind sie einigermaßen blind gegenüber den Wünschen ihrer Kunden. Wenn diese Wünsche sich schnell verändern, werden die Massenmedien rasch hilflos.
Im Gegensatz zu interaktiven Medien. Doch auch hier soll Geld verdient werden, und Werbung ist auch im Web eines der relevanten Geschäftsmodelle. Einen Überblick gibt Holger Schmidt in der FAZ am Beispiel einer Reihe von Referenten der next07.
Und die Computerwoche befasst sich mit Second Life als dem "Turbo für das Web 2.0" - natürlich pflichtschuldigst mit einem Fragezeichen versehen.