Marcel Reichart, Keynotespeaker Me-Business

Veröffentlicht am 14. Juni 2007 um 21:55 Uhr von Carmen Ullrich-Nolte

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Dr. Marcel Silvester Reichart is Managing Director R&D, Marketing and Communications at Hubert Burda Media and Co-Host DLD, assignments he shares with Stephanie Czerny. For the last five years, Marcel Reichart has been working for Hubert Burda Media, initially as Chief of the Publisher's Staff and Director of Business Development.

Born 1972 in Southern Germany, he studied business, political science and history in Koblenz (WHU), Lyon, Washington D.C. and Rome. During his doctorate he acted as associate to former German Federal Minister of Economy Dr. Otto Graf Lambsdorff and as a consultant, amongst others, for Roland Oetker. Marcel Reichart co-built the European media incubator Venturepark formed by Pixelpark, Goldman Sachs, Telefónica and BertelsmannSpringer as well as its investments.

Marcel Reichart is a former scholar of the German National Merit Foundation, a Young Leader of the Atlantik-Brücke and a founding member of the New Media Council of the Free Democratic Party in Germany. In 2005 he has been named a Young Global Leader by the World Economic Forum.

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Norbert Bolz ... über atomisierte Zielgruppen

Veröffentlicht am 27. April 2007 um 14:12 Uhr von Carmen Ullrich-Nolte

Prof. Dr. Norbert Bolz spricht im Track Medien 2.0 über die Zukunft interaktiver Medien. Ein Interview.

Partizipative Medien sind überall Gesprächsthema, doch vieles erinnert an die erste Internetwelle: Die Begeisterung ist da, nur Reichweite fehlt. Müssen die Blütenträume erst wieder zerplatzen, bevor der Markt selbst reif werden kann?
Norbert Bolz: Das ist eine wunderbar poetische Frage. Es ist nicht ausgeschlossen, dass wie beim E-Commerce der Hype platzen muss. Das halte ich auch für wahrscheinlich. Für mich als Wissenschaftler ist das nicht so furchtbar wichtig, ob es jetzt stattfindet oder in ein paar Jahren. Die Grundidee ist doch eigentlich unzerstörbar: Neben der passiven ist eben auch eine partizipatorische Haltung entscheidend. Das hat eher soziologische Gründe. Seit einigen Jahren leben Menschen, die im Internetalter groß geworden sind. Diese Phantomschmerzen gibt es für die gar nicht, für die ist es selbstverständlich, alles aktiv zu nutzen. Es wird zu einer Art Polarisierung kommen: Erstens Menschen mit wahnsinnig viel Zeit und zweitens Menschen, die überhaupt keine Zeit haben. Partizipation ist an einen enormen Zeitbedarf geknüpft. Der Erholungsbedarf ist heute nicht so ausgeprägt – wir haben es mit anderen Lebenssituationen zu tun, die wie gesagt soziologische Gründe haben.

Wer ist der Gewinner im Kampf um die Aufmerksamkeit des Konsumenten?
Das ist auf eine recht einfache Formel zu bringen: Im Zeitalter des „Information Overload“ wird nicht der sich durchsetzen, der ein Mehr an Informationen bietet, sondern der, der fasziniert. Es geht um die Eroberung von Faszinationswerten – nicht jeder Lebensbereich fasziniert mit der gleichen Technik: Die Massenmedien faszinieren mit Skandalen, die Politik mit Problemen, die Wirtschaft mit einem spirituellen Mehrwert für Produkte. In Blogs ist gut zu beobachten, dass das faszinierende Medium „Voice“ ist – denn dort kommunizieren die Menschen unverstellt, authentisch, parteiisch, emotional, laut, aggressiv, polemisch.

Jeder ein eigener Autor, eine Handvoll Filmemacher ein eigener Fernsehsender: Wer soll das alles konsumieren? Und wie verändern diese selbstreferenziellen Menschen die Medienlandschaft?
Es gibt mehr Produktion als Konsumption. Alles wird sich auflösen in der Pareto-Verteilung: 80 Prozent aller Aufmerksamkeit gilt 20 Prozent des Angebots. Alles wird sich nach recht traditionellen Motiven ordnen, z.B. nach Popularität. So wird sich die Aufmerksamkeit verteilen. Es gibt z.B. jetzt schon Superstars unter den Bloggern – so werden sie selbst zum Massenmedium, und die Massenmedien kehren durch die Hintertür wieder.

Zu den Branchen, die die Herausforderung rund um das Mitmach-Web zuerst aufgenommen haben, gehören die Verlage. Katharina Borchert stellt nach Ihrer Keynote beispielsweise das neue Online-Portal der WAZ vor. Werden Verlage wirklich von Blogs, Wikis und Videoportalen profitieren?
Was die Verlage, Zeitungen und Zeitschriften, was alle traditionellen Medien machen, ist eine Art Parallelexistenz aufzubauen. Das halte ich für sehr vernünftig. Das Grundprinzip ist das Linking, so wird die alte mit der neuen Welt verknüpft, und man rechnet mit Rückkopplungseffekten. Durch die Seriosität und Attraktivität z.B. von Spiegel-Online kann man auf die Marke Spiegel aufmerksam werden. Das Handelsblatt hatte sehr früh ein Blog, als Leser war man positiv überrascht – bei den ersten dabei zu sein, das erzeugt Verblüffungseffekte bei den meisten Menschen.
Mindestens ist es ein guter Marketinggag, das Mitmach-Web aufzunehmen – auch, wenn sich keine Rückkopplungseffekte ergeben. Alle werden künftig auf der gesamten Klaviatur neuer Medien spielen.

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Norbert Bolz, Keynotesprecher Medien 2.0

Veröffentlicht am 27. April 2007 um 14:11 Uhr von Carmen Ullrich-Nolte

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Der Philosoph und Medienwissenschaftler hält die Keynote zur Zukunft interaktiver Medien. Prof. Dr. Norbert Bolz erforscht an der TU Berlin die Einflüsse der Medien auf die gesellschaftliche Entwicklung und gilt als einer der führenden Vordenker für Politik und Wirtschaft. Wirklichkeitssimulationen stellen für Bolz Trainingssituationen dar, die uns bei der Bewältigung des Alltags helfen können.

Ob im ZDF Nachtstudio oder der 3sat-Kulturzeit - der Philosoph ist ein gefragter Referent und Interviewpartner, Essayist und Kommentator. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher, darunter "Die Konformisten des Andersseins", "Das konsumistische Manifest" oder "Blindflug mit Zuschauer".

Norbert Bolz ist 1953 in Ludwigshafen geboren. Sein Studium der Philosophie, Germanistik, Anglistik und Religionswissenschaften absolvierte er in Mannheim, Heidelberg und Berlin. Bolz schrieb seine Doktorarbeit über die Ästhetik Adornos bei dem Religionsphilosophen Jacob Taubes, dessen Assistent er bis zu Taubes Tod war. Seine Habilitation verfasste er über den „Philosophischen Extremismus zwischen den Weltkriegen“. Von 1992 bis 2002 lehrte Norbert Bolz als Universitätsprofessor für Kommunikationstheorie am Institut für Kunst- und Designwissenschaften der Universität GH Essen. Seit dem Wintersemester 2002/03 ist er Universitätsprofessor an der Technischen Universität Berlin, Fakultät I Geisteswissenschaften, Institut für Sprache und Kommunikation, Fachgebiet Medienwissenschaft.

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Bernd M. Michael über den Fluch des Kontrollverlustes

Veröffentlicht am 27. März 2007 um 17:51 Uhr von Carmen Ullrich-Nolte

Bernd M. Michael hält die Keynote zum Thema Brand Wikization. Ein Interview.

Das Schlagwort Brand Wikization ist noch weitgehend unbekannt. Wikis sind Wissenssammlungen, bei denen jeder mitmachen kann. Auf Marken übersetzt bedeutet das sinngemäß, dass jeder Kunde an dem Markenbild „herumdoktern“ kann. Ist das eher ein Drohszenario oder ein Heilsversprechen?

Bernd M. Michael: Es ist die Chance, das Ohr noch näher am Markt zu haben. Es ergänzt die eigene strukturierte Motiv- und Marktforschung um eine ungewichtete offene Zielgruppe, die eher als Stimmungsbild denn als rechenbare, verbindliche Einflussgröße zu betrachten ist.

Schon John Naisbitt hat in seinem Buch Megatrends in den 80er Jahren geschrieben: „Minoritäten werden in Zukunft Majoritäten in unserer Welt dominieren.“ Die Mitsprache der Konsumenten, die heute durch die neuen Technologien möglich wird, sind ein willkommenes Echo, das man in dieser Form früher nie hören oder lesen konnte.

Können Sie Beispiele nennen, wo diese Form der Partizipation bereits funktioniert?

„Funktioniert“ ist ein zu anspruchsvolles Wort. Die Unternehmen haben noch keine systematischen Strukturen geschaffen, um diese „Hightech-Volkesstimme“ zu quantifizieren und zu qualifizieren und in den eigenen Entscheidungs-Prozess einzubeziehen.

Umfassende Erfahrungen liegen bereits mit Communities vor, aus denen verstärkt Meinungen, ja sogar Anregungen und Ideen aus dem täglichen Leben mit den Marken und Produkten an den Hersteller zurückgegeben werden. So gesehen addiert sich zur eigenen Forschungs- und Entwicklungs-Abteilung plötzlich eine ausgelagerte Ideenabteilung in Form der Nutzer und Käufer der Produkte.

Soviel ich weiß, hat die Firma Apple in ihren Outlets bereits eine systematische Erfassung von Kundenfragen und Kundenideen eingerichtet, die wöchentlich in einem Zentralcomputer gesammelt und ausgewertet werden. Große Markenartikler wie P&G, Unilever, Nestle etc. experimentieren in diesem Feld auch, um einen professionellen Standard zu erreichen.

Was muss sich am Selbstverständnis der Marketingabteilungen ändern, damit von der Brand Wikization beide etwas haben, Kunde und Marke?

In den Marketing-Abteilungen muss sich gar nichts ändern. Bisher hat das Marketing ab und zu mal über Zuschriften oder Anrufe eine Reaktion von den Konsumenten erhalten. In der Mehrzahl Reklamationen.

Heute öffnet sich dieser Bereich auf ein wesentlich größeres Echo im Guten wie im Bösen und gibt größere Entscheidungssicherheit, wenn man diese Konsumentenreaktionen regelmäßig und systematisch auswertet. Und ich kenne keinen Produktmanager, der sich diesem Thema verschließt. Im Gegenteil, irgendwann kommt die interessante Frage auf: Wieviel eigene Marktforschung muss ich überhaupt noch machen, um gesicherte Ergebnisse aus dem Volk zu hören?

Vielleicht wird Brand Wikization das heimliche Marktforschungs-Werkzeug der Zukunft. Schaun wir mal. Es wäre unter Economy-of-scale-Gesichtspunkten ein absolutes Wunschbild, weil es keine authentischere und aktuellere Methode geben könnte. Wenn sie sich denn seriös hochrechnen lässt.

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Bernd M. Michael, Keynotesprecher Brand Wikization

Veröffentlicht am 27. März 2007 um 17:31 Uhr von Carmen Ullrich-Nolte

„Brand Wikization oder: Wieviel Macht haben Kunden über Marken?“ Dieser Frage stellt sich der ehemalige Chairman und CEO der Grey Global Group Europe, Middle East and Africa in seiner Keynote. Der international anerkannte Markenprofi ist heute Inhaber des BMM Büro für Markenarchitektur in Düsseldorf.

Bernd M. Michael hat sich in drei Jahrzehnten mit Vorträgen, Artikeln, Interviews und Buch-Veröffentlichungen im Bereich Marke und Markenführung engagiert. Zum 50-jährigen Jubiläum von Grey in Deutschland hat er das „Werkbuch M wie Marke“ herausgegeben: 1.800 Seiten für alle, die Marken führen, fühlen und denken. Sein persönliches Markenzeichen: die rote Krawatte.

Bernd M. Michael nimmt Aufsichtsrats- und Beiratspositionen in mehreren deutschen Unternehmen ein und lehrt als begeisterter Harvard- und IMD-Alumnus an Business Schools und Universitäten in Europa und China. Bis Oktober 2005 war er Chairman und CEO der Grey Global Group Europe, Middle East und Africa, der größten Region der weltweiten Grey-Agenturgruppe mit 294 Büros in 50 Ländern und ca. 6.600 Mitarbeitern. Bis Oktober 2003 war Bernd M. Michael Präsident der EACA (European Association of Communications Agencies). In den 90er Jahren war er Vorstandsmitglied und später auch Präsident des GWA (Gesamtverband Kommunikationsagenturen).

Michael ist Dozent an der European- und Düsseldorf-Business School sowie an der Tongji University und Jiao Tong University in Shanghai. Er nahm und nimmt führende Positionen in mehreren berufsständischen Organisationen wie dem ZAW (Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft), dem Deutschen Marketing-Verband, YPO (Young Presidents’ Organization) und der CEO (Chief Executives Organization) ein.

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